Mit kultureller Arbeit zur tragfähigen Veränderung

Ausgangssituation

Ein internationales Produktionsunternehmen in Deutschland stand gleichzeitig vor mehreren kritischen Herausforderungen

  • ungeklärte Nachfolge in der HR-Leitung
  • geringe strategische Wirksamkeit der HR-Funktion 
  • wiederkehrende Restrukturierungen über nahezu ein Jahrzehnt 
  • wachsender Vertrauensverlust innerhalb der Organisation 
  • eskalierende Spannungen mit dem Betriebsrat 
  • sinkende Produktionsqualität durch hohe Verunsicherung in der Belegschaft 

Die Organisation war operativ weiterhin leistungsfähig — kulturell jedoch sichtbar unter Druck. 

Was besonders kritisch war: 
Mitarbeitende beschrieben die Transformation intern als „Sterben auf Raten“.

Ein deutliches Signal für eine Organisation im strukturellen Stressmodus. 

Die Herausforderung

Das Mandat entwickelte sich rasch von einer klassischen HR-Begleitung hin zu einer unternehmensweiten Stabilisierungssituation. 

Parallel mussten drei zentrale Ziele erreicht werden:

  1. Sofortige Führungsfähigkeit im HR sicherstellen
  2. Einen sozial tragfähigen Restrukturierungsrahmen schaffen
  3. Vertrauen zwischen Management, Betriebsrat und Mitarbeitenden wiederherstellen 

Und das unter Bedingungen hoher Emotionalität und arbeitsrechtlicher Komplexität. 

Der XPERTZ Ansatz

Statt isolierter HR-Maßnahmen wurde ein integrierter Transformationsansatz gewählt.
Leitprinzipien:

  • Beziehung vor Geschwindigkeit
  • Klarheit vor Harmonisierung
  • Zukunft vor kurzfristiger Einsparlogik
  • Führung vor Struktur 

Phase 1 — Leadership-Sparring & Standortbestimmung 

Zu Beginn wurde die designierte HR-Leitung durch ein strukturiertes Leadership-Assessment begleitet. 

Schwerpunkte:

  • Rollenklärung
  • Entscheidungsstärke 
  • Führungsverständnis 
  • strategische Positionierung von HR 
  • Parallel erfolgte eine Tiefenanalyse der HR-Organisation. 

Zentrale Erkenntnis:
HR agierte überwiegend operativ — das Business Partner Modell war kaum wirksam. 

Sofortmaßnahme: Entwicklung der HR Business Partner in Richtung strategischer Sparringspartner durch ein strukturiertes Enablement-Programm. 

Phase 2 — Fractional HR Leadership zur Stabilisierung

Aufgrund einer kurzfristigen personellen Veränderung (Elternzeit) übernahm XPERTZ die interimistische HR-Leitung für 12 Monate. 

Ziel war ausdrücklich keine Dauerlösung, sondern Stabilität mit nachhaltiger Übergabefähigkeit. 

Kernmaßnahmen: 

  • Führung des nationalen HR-Teams 
  • Durchführung zentraler Mitarbeiter- und Entwicklungsgespräche 
  • Klärung von Verantwortlichkeiten und Rollen 
  • Priorisierung geschäftskritischer Themen 
  • Aufbau einer Co-Leadership-Struktur 

Gerade in Produktionsumfeldern gilt Tandemführung oft als schwer realisierbar — hier wurde erfolgreich das Fundament dafür gelegt

Phase 3 — Restrukturierung ohne Kulturbruch

Parallel startete ein sensibles Change-Projekt mit geplantem Personalabbau. 

Die Ausgangslage war angespannt: 

  • bereits eingereichte Klage des Betriebsrats 
  • drohendes Schlichtungsverfahren 
  • verhärtete Fronten 
  • Gewerkschaft bereits in den Verhandlungen dabei 

Ein klassischer Eskalationsverlauf schien wahrscheinlich. 

Ergebnis des XPERTZ Vorgehens: 

  1. Rücknahme der Eskalation 
  1. Einigung außerhalb eines Schlichtungsverfahrens 
  1. Neubeginn der Zusammenarbeit 

Statt kurzfristiger Maßnahmen wurde gemeinsam ein belastbarer 3-Jahres-Rahmenplan entwickelt, der: 

  • wirtschaftliche Ziele sichert 
  • Anpassungen ermöglicht 
  • gleichzeitig Orientierung für Mitarbeitende schafft 

Der Betriebsrat bekannte sich ausdrücklich zu diesem Zukunftspfad. Ein außergewöhnlich starkes Signal. 

Phase 4 — Kultur- und Leistungsstabilisierung

Neben strukturellen Themen wurden gezielt kulturelle Hebel aktiviert. 

Einführung neuer Kommunikationsformate 

  • Regelmäßige Mitarbeiterversammlungen 
  • Transparente Unternehmensupdates 
  • Klare Entscheidungslogiken 

Retention statt reiner Reduktion 

  • Identifikation kritischer Schlüsselrollen 
  • Entwicklung interner Führungskräfte 
  • Schaffung fachlicher Verantwortungsrollen 

Führung aktivieren 

  • Teamleiterprogramme in der Produktion 
  • systematisches Fehlzeitenmanagement 
  • klare Erwartungshaltungen an Führung 

Das Resultat
Mehr Verantwortung. Mehr Fokus. Mehr Stabilität. 

Ergebnisse und Business Impact

Nach zwölf Monaten zeigte sich ein klarer organisationaler Shift. 

  • Vertrauen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat wiederhergestellt und eine konstruktive Sozialpartnerschaft etabliert
  • Langfristige Planungssicherheit durch einen klaren Transformationsrahmen geschaffen
  • HR vom operativen Dienstleister zum strategischeren Business Partner weiterentwickelt
  • Führung gestärkt und Rollen klarer definiert, mit zukunftsfähiger Führungsstruktur
  • Veränderungsangst reduziert und Entwicklungsperspektiven für Mitarbeitende sichtbar gemacht
  • Höhere Identifikation mit Unternehmenszielen und stärkere Verantwortungsübernahme in den Teams

Viele Restrukturierungen sparen Kosten. Wenige stabilisieren gleichzeitig das System. 

Dieses Mandat zeigt: Transformation gelingt nicht durch Maßnahmen — sondern durch Führungsfähigkeit. Gerade in emotional aufgeladenen Organisationen entscheidet nicht die Struktur über Erfolg, sondern die Qualität der Beziehungen.